Der Kauf eines gebrauchten Motorrads kann Ihnen eine Menge Geld sparen, vorausgesetzt, Sie wissen, was Sie tun. Hinter dem glänzenden Aussehen des Motorrads können sich leicht Rahmenschäden, Motorprobleme oder fragwürdige Modifikationen verbergen, und selbst eine reibungslose Probefahrt kann jahrelangen Missbrauch verbergen. Wenn Sie auf der Suche nach einem gebrauchten Motorrad sind, enthält diese Checkliste 20 wichtige Punkte, die Sie überprüfen sollten, bevor Sie sich auf ein Motorrad einlassen.
1. Integrität des Rahmens
Schäden am Rahmen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar - fahren Sie mit den Fingern an den Nähten entlang, um versteckte Verformungen zu entdecken. Beginnen Sie damit, den Rahmen sorgfältig zu inspizieren, insbesondere um den Gabelkopf und die Schwingenhalterungen herum. Jede Verformung, Schweißspur oder neu aufgetragene Farbe an diesen Stellen kann darauf hindeuten, dass das Motorrad Opfer eines schweren Unfalls war.
2. Motorgeräusche und Rauch
hören Sie sich den Motor beim Kaltstart und im Leerlauf an. Übermäßiges Klopfen oder Ticken kann auf verschlissene Bauteile hinweisen. Achten Sie auch auf blauen oder weißen Rauch am Auspuff: blauer Rauch signalisiert eine Ölverbrennung, während weißer Rauch bei Modellen mit Flüssigkeitskühlung auf Kühlmittellecks hinweisen kann, obwohl er auch durch Kondensation bei kaltem Wetter oder Probleme mit dem Kraftstoffsystem entstehen kann.
3. Kohärenz des VIN
Überprüfen Sie die Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) auf der Lenksäule und dem Motorgehäuse und vergleichen Sie sie mit dem Eigentumstitel. Unstimmigkeiten können bedeuten, dass Teile gestohlen oder manipuliert wurden. Wenn das Fahrzeugidentifikationsschild gefälscht zu sein scheint oder neue Nieten zu sehen sind, ist dies ein wichtiges Warnsignal.
4. Abnutzung von Ketten und Ritzeln
Eine gut gepflegte Antriebskette sollte möglichst wenig Spiel haben und sich sanft bewegen. Verschlissene Kettenräder haben oft hakenförmige oder haifischflossenartige Zähne, was die Effizienz verringert und die Kette beschädigen kann. Wenn Sie rostige Kettenglieder oder übermäßigen Schmutz bemerken, ist es wahrscheinlich, dass der Vorbesitzer die regelmäßige Wartung vernachlässigt hat.
5. Gefühl und Reaktion der Kupplung
Ziehen Sie den Kupplungshebel und prüfen Sie, ob er sanft einrastet. Eine klebrige oder schwammige Reaktion kann auf ein Kabelproblem oder einen verschlissenen Kupplungsbelag hinweisen. Lassen Sie den Motor laufen, während Sie die Kupplung auf halbem Weg halten. Ein Schlupf oder eine Verzögerung bei der Kraftübertragung ist ein Zeichen dafür, dass die Kupplung bald ausgetauscht werden muss.
6. Dicke der Bremsbeläge und Zustand der Bremsscheibe
Verformte Rotoren sind ein häufiges Problem bei alten Motorrädern. Überprüfen Sie beide Bremsbeläge auf Verschleiß und tauschen Sie alles aus, was kleiner als 2 mm ist. Fahren Sie auch mit dem Finger an den Rotoren entlang. Tiefe Rillen deuten auf ungleichmäßige Abnutzung oder übermäßigen Gebrauch hin.
7. Abnutzung und Alter der Reifen
Schauen Sie über die Tiefe der Lauffläche hinaus. Eine ungleichmäßige Abnutzung oder Beulen können auf Probleme mit der Federung hinweisen. Achten Sie auch auf den DOT-Code an den Seitenwänden, um das Alter des Reifens zu bestätigen: Gummi härtet nach fünf Jahren aus, selbst wenn die Lauffläche intakt geblieben ist. Viele gebrauchte Fahrräder, vor allem Modelle mit geringer Laufleistung, tragen noch ihre Originalreifen.
8. Lecks und Durchhängen der Aufhängung
Ein übermäßiges Einsinken oder Pogo kann darauf hindeuten, dass die Stoßdämpfer verschlissen sind oder dass eine Nachrüstung nicht richtig auf das Gewicht eingestellt ist. Um dies zu überprüfen, drücken Sie auf die Vorder- und Hinterradfederung; das Fahrrad sollte sanft einfedern und ohne zu hüpfen zurückkehren. Untersuchen Sie auch die Dichtungen der Gabel, um zu sehen, ob Öl austritt.
9. Funktionalität des elektrischen Systems
Bei älteren Motorrädern wie der Suzuki SV650 sind korrodierte Stecker und defekte Statoren häufig die Ursache für eine unregelmäßige oder nachlassende elektrische Leistung. Testen Sie daher jeden Schalter und jedes Licht: Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter und Hupe. Gedämpfte Lichter oder schwache Signale deuten oft auf Probleme mit der Batterie oder dem Ladesystem hin.
10. Ölzustand und Lecks
Überprüfen Sie den Ölstand und die Farbe des Öls mithilfe des Schauglases oder des Ölmessstabs. Milchiges Öl kann auf ein Eindringen von Wasser hindeuten, während schwarzes, körniges Öl darauf hindeutet, dass es nicht regelmäßig gewechselt wurde. Fahren Sie mit der Hand unter den Motor und um die Dichtungen herum. Spuren von frischem Öl deuten auf aktive Lecks hin.
11. Status und Geschichte des Titels
Rekonstruierte Besitztitel kommen nach einem Unfall häufig vor und können den Wiederverkaufswert eines Motorrads erheblich mindern. Dies bedeutet oft, dass das Motorrad von der Versicherungsgesellschaft abgeschrieben wurde, auch wenn es in einwandfreiem Zustand zu sein scheint. Lassen Sie sich die Besitzurkunde zeigen und prüfen Sie, ob sie sauber oder wiederhergestellt ist.
12. Änderungen am Sekundärmarkt
Seien Sie vorsichtig bei Teilen, die nicht original sind (Auspuff, Scheinwerfer, Hebel oder Einstellungskomponenten). Falsch eingebaute Modifikationen können die Sicherheit oder Zuverlässigkeit beeinträchtigen. Beispielsweise kann ein Auspuff vom Ersatzteilmarkt, bei dem das Steuergerät nicht korrekt neu abgebildet wurde, zu Zuständen führen, in denen zu wenig Kraftstoff verbraucht wird. Dies ist insbesondere bei Modellen mit Einspritzung wie der Yamaha FZ-09 der Fall.
13. Verhalten beim Kaltstart
Denken Sie daran, das Motorrad kalt zu starten und nicht erst, nachdem es warmgelaufen ist. Ein schwerer Start, ein unregelmäßiger Leerlauf oder eine übermäßige Beanspruchung des Gaspedals, um den Motor am Laufen zu halten, können auf ein Problem mit der Kraftstoffzufuhr oder dem Ventilspiel hinweisen. Bei Motorrädern mit Vergaser, wie der alten Honda CB750, zeigen sich Probleme mit der Einstellung oft nur bei Kaltstarts.
14. Lenkkopflager
Wenn das Vorderrad nicht auf dem Boden steht, drehen Sie den Lenker langsam von einer Seite auf die andere. Eine ruckartige Bewegung deutet darauf hin, dass die Lager des Lenkkopfes abgenutzt oder nicht fest genug angezogen sind. Dies kann zu mangelnder Stabilität bei niedrigen Geschwindigkeiten oder in Kurven führen, was bei Fahrrädern, die im Freien gelagert oder schlecht gewartet werden, häufig vorkommt.
15. Kontrolle des Kühlsystems
Überhitzungsprobleme betreffen viele gebrauchte Motorräder mit Flüssigkeitskühlung, darunter auch ältere Ducatis und BMWs mit hohem Kilometerstand. Öffnen Sie bei kaltem Motor den Kühlerdeckel und inspizieren Sie das Kühlmittel - es sollte je nach Typ eine leuchtend grüne oder blaue Farbe haben, aber niemals rostig sein. Überprüfen Sie auch, ob die Schläuche Risse oder Wölbungen aufweisen.
16. Ablesen des Kilometerzählers und Auswirkungen auf den Kilometerstand
Der Kilometerstand eines Motorrads gibt wesentliche Hinweise auf seine allgemeine Nutzung und seinen Verschleiß. Motorräder mit einem hohen Kilometerstand weisen häufig eine stärkere Ermüdung des Motors, der Federung und des Antriebsstrangs auf, insbesondere wenn sie für tägliche Fahrten oder Ausflüge genutzt werden. Jeder Kilometerstand von mehr als 40.000 Meilen bei einem Sportmotorrad rechtfertigt eine gründlichere Untersuchung und eine gründlichere mechanische Inspektion.
17. Zustand des Abgassystems
Untersuchen Sie die Auspuffrohre auf Rost und Verfärbungen, besonders in der Nähe von Schweißstellen und Dichtungen. Blaufärbung kann ein Anzeichen für einen überhitzten Motor oder ein schlechtes Luft-Kraftstoff-Verhältnis sein. Achten Sie auch auf Klopfgeräusche und schlecht sitzende Teile, da schlecht sitzende Komponenten im Laufe der Zeit zu Problemen mit dem Gegendruck und zu inneren Schäden führen können.
18. Innenseite des Kraftstofftanks
Schnüffeln Sie immer an saurem Benzin - ein verräterisches Zeichen für eine lange Zeit der Nichtbenutzung. Untersuchen Sie das Innere des Tanks mit einer Taschenlampe: Rostflocken oder Ablagerungen deuten auf eine Verschlechterung des Kraftstoffs oder eine lange Lagerung ohne Stabilisator hin. Diese Verunreinigungen verstopfen die Kraftstoffsysteme und führen zu teuren Reparaturen.
19. Wirkung des Beschleunigers und des Kabels
Das Gaspedal sollte sich sanft drehen und beim Loslassen schnell zurückschnellen; eine Verzögerung kann auf ausgefranste Kabel oder eine schlechte Kabelführung hindeuten. Achten Sie darauf, dass die Kabel von Gaspedal und Kupplung in der Nähe der Gelenkpunkte nicht durchgescheuert sind und dass sie nicht am Rahmen oder an den Beschlägen der Stange hängen bleiben.
20. Dokumentation der Dienste
Fragen Sie über die mündlichen Aussagen des Verkäufers hinaus nach den Wartungsprotokollen. Sie müssen sicherstellen, dass die Wartung in den verschiedenen Kilometerintervallen gleichmäßig erfolgt. Beispielsweise muss die Ventilkontrolle bei vielen leistungsstarken Motorrädern zwischen 12.000 und 16.000 Meilen durchgeführt werden. Die Intervalle variieren jedoch je nach Modell (z. B. 12 000 Meilen bei einigen Yamahas, 16 000 Meilen bei einigen Hondas).