Diese Aussage kommt zu der Theorie hinzu, dass es einen unbewiesenen Zusammenhang zwischen Autismus und der Einnahme von Acetaminophen (Tylenol) gibt.
Diese Aussage kommt zu der Theorie hinzu, dass es einen unbewiesenen Zusammenhang zwischen Autismus und der Einnahme von Acetaminophen (Tylenol) gibt.
Robert F. Kennedy Jr. und seine neue Theorie
Der US-amerikanische Gesundheits- und Sozialminister Robert F. Kennedy Jr. hat mit seiner Aussage, dass es einen Zusammenhang zwischen Beschneidung und Autismus gibt, eine Kontroverse ausgelöst.
Diese neue Äußerung kam zu den bereits zuvor in den Medien veröffentlichten Aussagen hinzu, in denen ein unbewiesener Zusammenhang zwischen Autismus und der Einnahme von Acetaminophen (Tylenol) behauptet wurde.
Bei einer Kabinettssitzung sprach er über zwei Studien, die besagen, dass sehr jung beschnittene Kinder ein doppelt so hohes Risiko haben, an Autismus zu erkranken, und glaubte, dass dieser Unterschied auf die Verabreichung von Tylenol nach der Operation zurückzuführen sei.
Studien, die auf kulturellen Verzerrungen basieren
Kennedy hat die genauen Quellen nicht angegeben, allerdings scheinen sich ihre Aussagen auf zwei ältere Studien (2013 und 2015) zu beziehen, die in acht Ländern bzw. in Dänemark durchgeführt wurden.
Beide stellten statistische Korrelationen fest, ohne jedoch einen kausalen Zusammenhang nachzuweisen. Die Autoren räumten zudem kulturelle und methodologische Verzerrungen sowie mögliche Fehler in ihren Daten ein.
Experten weisen darauf hin, dass die Korrelation keinen Beweis liefert und dass eine große Anzahl von Beschneidungen vor dem Alter von 12 Wochen durchgeführt wird, in dem Tylenol so gut wie nie verschrieben wird. Diese Widersprüche stellen einen erheblichen Schlag gegen die Gültigkeit der von Kennedy aufgestellten These dar.
Die Meinung von Gesundheitsexperten
Zahlreiche Experten haben diese Behauptungen widerlegt und stark angezweifelt.
Dr. Céline Gounder, Ärztin und Mitarbeiterin von CBS News, stellt klar, dass Kennedy Korrelation und Kausalität verwechselt, indem er das klassische Beispiel von Kaffee und Tabak anführt: " Nur weil zwei Phänomene zusammenfallen, heißt das nicht, dass sie sich gegenseitig erklären. "
Der Kinderarzt Dr. Steven Abelowitz erklärt, dass er in seiner dreißigjährigen Praxis und nach 10 000 Beschneidungen fast immer auf die Verwendung von Tylenol nach dem Eingriff verzichtet hat.
Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass der von Kennedy erwähnte Artikel auf Preprints.org kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, ideologisch voreingenommen ist und teilweise von einer militanten Gruppe, die gegen Acetaminophen ist, finanziert wird.
Kurz gesagt, es gibt keine strenge wissenschaftliche Grundlage für diese Theorie.
Internationale Politik und Gesundheit
Kennedys Äußerungen lösten international große Empörung aus:
- In Großbritannien verurteilte die National Autistic Society eine "weitere wissenschaftsfeindliche Entgleisung", die die Öffentlichkeit in die Irre führen und Leben gefährden könnte.
- In den USA mahnten zahlreiche medizinische Leiter zur Wachsamkeit und betonten, dass Acetaminophen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch auch während der Schwangerschaft sicher und unverzichtbar bleibe.
Diese Äußerungen verschärfen die politische Kontroverse um Kennedy, der bereits wegen seiner Anti-Impf-Positionen sowie seiner Kritik an der Schulmedizin heftig kritisiert wurde, und werfen Fragen zu seiner Glaubwürdigkeit als Leiter des Gesundheitsministeriums auf.