Nach monatelangen Verhandlungen und Zolldrohungen, die die US-Wirtschaft zu bremsen beginnen, hat US-Präsident Donald Trump Dutzende von Ländern mit einer neuen Welle von Zöllen auf importierte Waren getroffen. Die Strafzuschläge traten am Donnerstag um Mitternacht in Kraft.
Zuschläge zwischen 10 und 50%
Auf Waren, die aus über 60 Ländern und der Europäischen Union in die USA importiert werden, werden nun Aufschläge zwischen 10 und 50 % erhoben, wie das Weiße Haus mitteilte.
Trump freut sich auf Social Truth
"Es ist Mitternacht!!! Milliarden von Dollar an Zöllen fließen jetzt in die Vereinigten Staaten von Amerika", freute sich der Präsident auf seiner Plattform Truth Social.
Neue Tarife um 100%
Weitere Ankündigungen dürften folgen, da Trump auch erklärt hat, dass er Zölle auf importierte pharmazeutische Produkte und Halbleiter erheben möchte. Letztere würden ebenso wie Chips zu 100% besteuert werden, wie er am Mittwoch behauptete.
Der Stichtag 7. August
Letzte Woche kündigte die Trump-Regierung eine überarbeitete Liste mit Einfuhrzöllen für Dutzende von Handelspartnern an und verlängerte die Frist für die Länder, mit den USA Vereinbarungen zu treffen, bis zum 7. August.
Sieben Abkommen abgeschlossen
Die US-Regierung hatte versichert, dass in den letzten Monaten "Dutzende von Abkommen" unterzeichnet würden. Inzwischen sind gerade einmal sieben Abkommen zustande gekommen. Dies gilt insbesondere für Japan und Südkorea, die nun mit 15% besteuert werden, sowie für die Philippinen und Indonesien, die mit 19% besteuert werden, und für das Vereinigte Königreich, das mit 10% besteuert wird.
Ein vorläufiges Abkommen mit der EU
Ende Juli trafen die EU und die USA eine vorläufige Vereinbarung, die darin bestand, die Zölle für die meisten europäischen Produkte bei 15% zu belassen.
Kanada bleibt von der Preispolitik nicht verschont
Kanada und die USA haben vor der von Trump gesetzten Frist am 1. August kein neues Abkommen erzielt, was zu einer Einfuhrsteuer von 35% auf bestimmte kanadische Waren geführt hat. Dieser Satz gilt für Waren, die nicht unter das Abkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko (CUTA) fallen.
Mexiko entgeht weiteren Erhöhungen
Als seltene Ausnahme blieb Mexiko von weiteren Erhöhungen verschont. Präsident Trump verlängerte seine derzeitigen Zollmaßnahmen um 90 Tage, d. h. 25 % auf Waren, die außerhalb des nordamerikanischen Freihandelsabkommens in die USA eingeführt werden.
Zölle von bis zu 245% umgehen?
Was China betrifft, so gab Trump dem Land mehr Zeit für den Abschluss von Abkommen. Der US-Präsident hat noch nicht verraten, ob er die Frist vom 12. August für den Abschluss eines Handelsabkommens mit Peking verlängert und damit die früheren Drohungen mit Zöllen von bis zu 245% abwendet.
Südostasiatische Volkswirtschaften sind am stärksten betroffen
Nun wurden einige Volkswirtschaften härter getroffen, vor allem die exportabhängigen Volkswirtschaften Südostasiens, schreibt die BBC. Dies gilt insbesondere für Laos und Myanmar, wo die Zölle auf rund 40% festgesetzt wurden. Einige Experten wiesen darauf hin, dass Trump offenbar auf Länder abzielte, die enge Handelsbeziehungen zu China unterhielten, berichtet das Medium Express.
Trump sanktioniert Brasilien
Produkte aus Brasilien werden mit einer 50%igen Steuer belegt. Dies ergibt sich aus Trumps Anschuldigungen gegen Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, US-Technologieunternehmen unfair anzugreifen. Der US-Präsident prangert auch die Verfolgung des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs an und bezeichnet sie als "Hexenjagd".
Die Schweiz scheitert daran, die USA zu überzeugen
Einige Länder versuchten bis zum letzten Moment, die Amerikaner von ihrer Entscheidung abzubringen, wie die Schweiz, die mit 39% besteuert wurde.