Die Trump-Administration hat den Venezolaner Nicolás Maduro und Schlüsselfiguren seiner Regierung als Mitglieder einer ausländischen terroristischen Organisation eingestuft und damit die Spannungen zwischen den beiden Ländern im Zusammenhang mit Trumps erklärtem Krieg gegen die Drogenkartelle weiter verschärft.
What will become of Nicolas Maduro? With a $50 million bounty on his head, the CIA openly active in Caracas and US forces mustering in the Caribbean, pundits and politicians throughout the Americas are opining on the Venezuelan president’s fate. | Analysis
Während die Behörden den Schritt als Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen den Drogenhandel darstellen, sind viele Beobachter der Meinung, dass er in erster Linie darauf abzielt, den Druck zu erhöhen, um Maduros Regierung aus dem Amt zu drängen.

Trumps jüngste Eskalation
Die jüngste Eskalation der Trump-Administration kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen in und um Venezuela bereits auf einem Höhepunkt sind.

Mehrere internationale Fluggesellschaften haben Flüge in das Land gestrichen, nachdem die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration vor einer « sich verschlechternden Sicherheitslage » gewarnt hatte. Die zunehmende Aufrüstung des US-Militärs in der Region führt zu einer neuen Ebene der Unsicherheit und Isolation, da Washington Nicolás Maduro und seine Verbündeten offiziell als Teil einer ausländischen terroristischen Organisation einstuft.
Mit diesem fast beispiellosen Schritt eines US-Präsidenten – der einen amtierenden ausländischen Staatschef als Mitglied einer terroristischen Organisation bezeichnet – erhöht Trump den Druck auf ein Höchstmaß, das Venezuela noch weiter isolieren könnte. Hinter der Einstufung steht eine Strategie, die die Tür zu neuen Sanktionen, strengeren Reisebeschränkungen und Finanztransaktionen öffnen und noch mehr internationale Unternehmen dazu bringen könnte, sich aus dem Land zurückzuziehen, was die wirtschaftliche und diplomatische Isolation des Landes vertiefen würde.

In einer rechtlichen Grauzone
Seit Anfang September haben die Vereinigten Staaten wiederholt kleine Boote, die angeblich von venezolanischen Drogenkartellen betrieben werden, in der Karibik und im östlichen Pazifik bombardiert. Bis Mitte November gab es 21 Luftangriffe auf 22 Schiffe, bei denen 83 Menschen ums Leben kamen.

Trumps harte Linie hat im Ausland zunehmendes Unbehagen ausgelöst. Verbündete und Rechtsgruppen warnen davor, dass er rechtliche Grenzen verwischt, ordnungsgemäße Verfahren untergräbt und das Risiko birgt, eine breitere regionale Krise anzuheizen – Bedenken, die durch die jüngste Entscheidung Großbritanniens unterstrichen werden, den Austausch bestimmter geheimer Informationen mit Washington zu stoppen.
Multiple international airlines have canceled flights to Venezuela after the Federal Aviation Administration warned of a "worsening security situation" in the South American country amid a U.S. military buildup in the region.